Terraz­zo­bo­den

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Terrazzo - das klingt doch schon nach Italien. In der Tat wurde diese Art der Bodengestaltung in unseren Breiten durch italienische Handwerker bekannt gemacht. Der Boden, der sich durch bunte Einsprengseln von Gesteinkörnungen wiederspiegelt, ist pflegeleicht und robust. In den vierzigern und fünziger Jahren des letzten Jahrhunderts, war der Terrazzo eine weitverbreitete Art des Bodens. Zwar ist diese Art der Bodengestaltung immer mehr aus der Mode geraten und wurde durch PVC-Böden ersetzt, doch in den letzten Jahren erlebte er ein Combeback. Ein Terrazzoboden ist eine Estrichart und wird durch verschiedene Gesteinskörnungen hergestellt. Dieser zeichnet sich besonders durch seine hohe Bezugs- und Tragfähigkeit, sowie seiner langen Lebensdauer aus. Wenn Farben und Muster geordnet im Bodenbelag eingearbeitet wurden, dann spricht von einem Mosaik. Sind die Gesteinskörnungen allerdings gemischt, treten nicht geordnet auf und werden am Ende noch geschliffen und poliert, so spricht man von einem Terrazzo.

Antike Terrazzoböden um 8000 v.Chr.

Terrazzo ist einer der ältesten Estriche, die es nachweislich gibt. Bunte, gesprenkelte Gesteinkörnungen, prägen das Bild eines Terrazzobodens. Der älteste nachweisbare verarbeitete Boden wurde auf das Jahr 8000 v. Chr. datiert. Zu dieser Zeit wurde im im Ackerbau Hirse und Reis angebaut. Auch die ersten Keramikherstellungen gehen auf diese Zeit zurück. Gefunden wurd der älteste Terrazzoboden im heutigen Südosten der Türkei.

Traditionelle Anwendungsbereiche für Terrazzo

Traditionelle Anwendungsbereiche des Fußbodens sind Hauseingänge, Flure, Küchen oder in Bädern. Da Strapazierfähigkeit und optische Attraktivität damit verbunden war, erfreute sich dieser Boden lange Zeit einer hohen Beliebtheit. Häufig trifft man auch auf eine Kombination aus Mosaik und Terrazzoverlegung. Mittlerweile gibt es den Boden in sandgestrahlter oder gestrockter Oberfläche, als hochglänzende Variante oder mit einem eingearbeiteten Muster. Neue Aufbauarten eines Unterbodens bzw. Unterkonstruktionen, erweitern die Einsatzmöglichkeiten des Bodens. War der Terrazzo für einige Jahrzehnte nicht mehr so gefragt, erfreut er sich seit einigen Jahren wieder zunehmender Beliebtheit. Gerade die vielfältigen optischen Möglichkeiten in der Gestaltung erlauben in Höchstmaß in Individualität im Wohn- oder Büroumfeld.

Bestandteile und Arten

Die Bestandteile welche für die Herstellung benötigt werden, variieren je nach Verwendungszweck und Art. Vor Jahrhunderten wurden als Bindemittel Kalk, Marmor, Traßkalk (Entstand vor ca. 14,5 Mio. Jahren bei dem Einschlag eines Meteoriten in das Nördlinger Ries), Gips oder gemahlene Puzzolanerden verwendet. Diese Materialien ermöglichen es zwar immer noch die Herstellung eines Terrazzobodens, aber heutzutage wird fast ausschließlich ein Portlandzement verwendet. Dieser Zement weist, bei richtiger Verarbeitung einen positiven Effekt auf: so sorgt er als Bindemittel dafür, dass die Körnung leuchtender in Erscheinung tritt und so ein optisch besseres Ergebnis erzielt. Um am Ende die gewünschte Optik zu erreichen spielt zusätzlich das passende Zuschlagsgestein, eine entscheidende Rolle.

Arten:

  • Trennschienen-Terrazzo
  • Florentiener Palladiana
  • Venezianischer Palladiana
  • Römischer Palladiana
  • Mosaikbelag
  • Italienischer Palladiana
  • Brocken-Terrazzo
  • Römisch-Antico-Terrazzo
  • Griechisch-Athener-Terrazzo
  • Griechischer-Antico-Terrazzo
  • Einschicht-Terrazzo
  • Granito-Terrazzo

Welche Art für welches Vorhaben benötigt bzw. möglich ist, wird Ihnen ein Fachbetrieb aufzeigen. Hier spielen mehrere Faktoren, aber gerade der Bodenunterbau eine wichtige Rolle.

Terrazzo als Bodenbelag selber machen?

Anstatt einen klassischen Estrich zu verlegen, der anschließend mit Platten, Fliesen oder Parkett belegt wird, ist es durchaus möglich aus seinem Fußboden einen attraktiven Hingucker zu machen. Kleinere Flächen Terrazzo lassen sich duchaus selber machen, sind aber mit einem höheren Aufwand verbunden und erfordern ein gewisses handwerkliches Geschick. Größere Flächen sollten daher durch einen Fachbetrieb ausgeführt werden. Für die Herstellung benötigt meist Zement als Bindemittel, dieser kann aus optischen Gründen auch eingefärbt werden und Wasser. Je nach Gestaltung und Art des Belags, benötigt man als letzten Bestandteil den Gesteinszuschlag (Körnung). Vor dem Herstellen des eigentlichen Terrazzo ist eine Trägerschicht aus Beton herzustellen, auf dem noch im frischen Zustand die Terrazzomischung aufgebracht wird. So können sich beide Schichten miteinander verbinden.

Wie bei allen anderen Arbeitsschritten ist auch für die Herstellung des Gemisches die richtige Technik wichtig. Bei kleineren Mischmengen mit einer eher niedrigen Viskosität (flüssiger) die in einem Eimer angemischt wird, reicht häufig ein antriebsstarkes einspindeliges Handrührgerät wie beispielsweise die Xo R 6 von Collomix aus. Als Rührwerkzeug ist ein robuster Mörtelrührer, wie der MK empfehlenswert. Ist die zu mischende Masse eher erdfeucht, dann ist ein doppelspindeliges Handrührgerät, die Xo R 33 Duo, dringend empfehlen. Hier sollten 16 mm Körnung das Maximum sein.

Bei größeren Mischmengen empfehlend sich automatisch arbeitende Mischer. Der Rotationsmischer POX-S oder der Tellerzwangsmischer TMX 1000 mit Terrazzo-Aufsatz eignen sich hierfür uneingeschränkt. (Siehe Video unten)

Welches Werkzeug sich für welche Menge und Körnung eignet, können Sie jederzeit bei den Experten von Collomix nachfragen. Zum Nachlesen dient in der Regel auch die DIN 18353 oder 13318. Denn der Aufbau ähnelt sehr stark dem eines Estrich.

Terrazzo schleifen mit dem Collomix Betonschleifer CMG

Terrazzoboden schleifen

Um den fertigen Fußbodenbelag optisch aufzuwerten wird dieser nach der Trocknungsphase in verschiedenen Arbeitsgängen geschliffen. Das erfolgt heute mit entsprechend großen Schleifmaschinen und passenden Schleifmitteln, häufig auf der Basis von Siliciumcarbid. In unserem Video (siehe unten) sieht man, wie ein frisch hergestellter Terrazzoblock abgeschliffen wird, um so eine optimaies Oberflächenergebnis zu erzielen.

Bei kleinen Flächen kann auch mit einer handgeführten Maschine gearbeitet werden. Hierfür wird eine Schleifmaschine von Collomix verwendet, die mit einer passenden Diamantscheibe bestückt ist.

Es hängt vom gewollten Ergebnis ab, welche Schleifverfahren angewendet werden.

Verfahren

  • Vorschliff
  • Grobschliff
  • Feinschleifen
  • Polieren

Pflege

Mit Sicherheit findet man im Fachhandel spezielle Reiniger, die für Terrazzoböden geeignet sind. Sogenannte “Allzweckreiniger” sind nicht immer empfehlenswert das diese die Kalkverbindungen im Gemisch lösen können. Vergleichbar ist das wie beim Marmor. Warum mit einem Marmor? Dieser besteht ebenfalls überwiegend aus Kalkstein(Gesteinkörnung) und Zement. Essigverbindungen zum Beispiel können den Kalk lösen. Prinzipiell ist die Reinigung mit klarem Wasser, bei einer nicht zu sehr verschmutzten Oberfläche, und Seife zu empfehlen. Allerdings sind auch Reinigungsmittel erlaubt, die rückfettende Pflegesubsatnzen enthalten. Ganz nebenbei verringern diese Pflegemittel auch das Allergierisiko. Bei der Reinigung gibt es die Möglichkeit zwischen einer maschinellen oder der manuellen Reinigung.

Wer mehr über die Reinigung einer Terrazzooberfläche wissen möchte, sollte sich bei einem Fachbetrieb informieren. Diese führen auch Maschinen mit dementsprechenden Schleifscheiben, sogenannten Diamantpads.

Video - Terrazzo gemischt mit dem Zwangsmischer TMX 10001 TZ


Anmerkung: Wir geben unsere produkttechnischen Empfehlungen nach bestem Wissen, können aber leider keine Gewähr übernehmen. Bitte beachte ebenfalls die Hinweise der Materialhersteller und prüfe die Eignung der verwendeten Werkzeuge und Maschinen gewissenhaft.

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