Herstel­lung von Reak­ti­ons­harz­flä­chen in höchs­ter Präzi­sion

Prüfstand für LED-Scheinwerfer in einem Berliner Autohaus Titelbild

Prüfstand für LED-Scheinwerfer in einem Berliner Autohaus

In den letzten Jahren hat sich die Beleuchtungstechnik insbesondere bei Automobilen rasant entwickelt. Hochleistungsfähige neue Technologien wie etwa LED-Scheinwerfer haben in der KFZ-Technik Einzug gehalten. Bei ihrer Prüfung und Einstellung stellen sie allerdings auch hohe Anforderungen an die Qualität und Ausstattung der Prüfplätze in KFZ-Werkstätten.

Die neue Richtlinie für die Ausstattung von Prüfplätzen zur Hauptuntersuchung von Fahrzeugen in KFZ-Werkstätten, die seit Anfang 2015 in Kraft ist, schreibt Mindestanforderungen an die Prüfplätze in den Werkstätten vor, damit exakte Messungen zuverlässig vorgenommen werden können. Von besonderer Bedeutung ist die Aufstellfläche des Scheinwerferprüfgeräts wie die Standfläche für die Fahrzeuge. Die Stellfläche für das Prüfgerät darf lediglich eine Neigungstoleranz von einem Millimeter pro Meter aufweisen, die für die Fahrzeugfläche maximal 1,5 mm.

Die Firma NSI, ein auf die Sanierung von Tankstellen und KFZ-Werk-stätten spezialisierter Dienstleister aus Aschaffenburg, hat ein System für Reaktionsharzbeschichtungen speziell für diesen Zweck entwickelt, das sowohl die hohen Anforderung an die technischen Eigenschaften der Fläche erfüllt als auch in kurzer Zeit eingebaut werden kann. Bei dem vorliegenden Auftrag ging es um die Herstellung von zwei Messflächen in einem Autohaus in Berlin mit jeweils knapp 25 Quadratmetern.

Zur Vorbereitung der Fläche wurde in der Werkstatt der vorhandene Fliesenbelag entfernt, die Kleberreste entfernt und Risse im Altbeton mit Wellenverbindern bestückt. Die gereinigte Fläche wurde satt mit einem flüssigen Kunstharzgemisch als Haftgrund grundiert, um mit der nachfolgenden Schicht eine maximale Verbindung sicherzustellen. In einem weiteren Arbeitsgang wurde eine erste, harzbasierte Füllschicht aufgetragen, um die Risse zu verschließen und tiefere Ausbrüche auszugleichen. Nach dem Aushärten der ersten Füllschicht wurde eine weitere Lage mit einer Stärke von rund 10 mm eingebaut, um damit eine exakte ebene Oberfläche zu erreichen. Als oberste Lage erhielt die Fläche dann eine dünnere, farbig eingefärbte Deckschicht, die zusätzlich mit Quarzsand dicht abgestreut wurde. Abschließend erhielt die Fläche eine gerollte Harzversiegelung als Schutz vor der hohen Belastung durch das Gewicht der Fahrzeuge und den Reifenabrieb. Der gesamt Schichtaufbau betrug im Maximum rund 30 mm.

Die Herstellung von Kunstharzmischungen stellt hohe Anforderungen an die Verarbeiter, das Werkzeug und die Verarbeitungstechnik. Richtiges Dosieren der jeweiligen Materialmengen, sorgfältiges Vermischen der Komponenten und zeitnahes Verarbeiten der Fertigmischung sind die Voraussetzung für ein einwandfreies Resultat. Im vorliegenden Fall kam es besonders auf die schnelle Verarbeitung an, da das Material lediglich eine Topfzeit von rund 20 Minuten hatte. Bekanntermaßen muss das Material frisch in frisch eingebaut werden, um keine Ansätze zwischen bereits ausgebrachtem und frisch nachgegossenem Material entstehen zu lassen. Daher war beim Nivellieren des nassen Materials neben Genauigkeit auch ein zügiges Verarbeitungstempo durch das verarbeitende Personal notwendig.

Auf Grund dieser Faktoren spielt die Auswahl der Mischtechnik keine unwesentliche Rolle. Die Mischungen müssen gründlich erfolgen und sollen nicht zu viel Zeit erfordern. Das war der Grund dass die Fa. NSI auf die Mischtechnik von Collomix, den Spezialanbieter für Mischtechnik am Bau setzte. Zwei Faktoren spielten dafür eine Rolle: sehr oft ist auf NSI-Baustellen wenig Platz vorhanden, da sich diese in der Regel in bestehenden Werkstätten befinden und sie neben einem laufenden Betrieb abgewickelt werden müssen. Das Harz und die Zuschlagstoffe sind in unmittelbarer Nähe zu lagern, damit sie richtig temperiert sind. Als zweiter Grund gilt, wegen der kurzen Topfzeiten müssen die Transportwege möglichst kurz gehalten werden.

Der Mischplatz in der Werkstatt befand sich unmittelbar neben der zu bearbeitenden Fläche. Für das Mischen der Materialkomponenten entschied man sich daher für die platzsparende mobile Collomix-Mischstation RMX. Als Antrieb kam das Handrührwerk Collomix Xo 6 mit verschiedenen, für die unterschiedlichen Viskositäten passenden Rührstäbe zum Einsatz. Ausschlaggebend für den Einsatz der Collomix-Rührstation RMX war, dass mit wenigen Handgriffen die entsprechenden Mischmengen sehr zeitsparend abgearbeitet wurden, denn es konnten jeweils gleich drei Kübel mit Material hintereinander weg gemischt werden. Somit war sichergestellt, dass es beim Einbau der Schichten zu keinen Unterbrechungen kam. Für den Bediener erleichtert die Ergonomie der Rührstation RMX zudem die Arbeit deutlich. Denn obwohl hier nach wie von Hand gemischt wurde, war die körperliche Anstrengung auf ein Minimum reduziert. Das Gewicht der Maschine wird vom Ständer getragen, die Maschine kann in der Station ohne große Mühen in alle Richtungen bewegt werden und mit der gasfederunterstützen Hubunter-stützung war das Auf- und Abbewegen ein Kinderspiel.

Die einzelnen Harzmischungen besaßen einen relativ hohen Flüssigkeitsanteil zum Zuschlagsstoff, somit war die Viskosität der Mischungen weich und fließend. Um das Herausspritzen von Harz aus dem Mischeimer zu unterbinden, wurde für die Füllschichten ein Collomix-Rührer vom Typ MKN eingesetzt, der mit seiner hochwirk-samen Scherkraft das Material von oben nach unten drückt. Dadurch kommt hohe physische Energie in das Material was die Durchmischung zusätzlich fördert.

Für eine optimale Entfaltung der Materialeigenschaften ist die vollständige und gründliche Vermischung von Feststoffen und Flüssiganteilen von entscheidender Bedeutung. Durch sorgfältiges Mischen werden nicht nur die Verlaufseigenschaften des Materials positiv beeinflusst, sondern es wird auch eine gleichmäßige Aushärtung des Materials erreicht, was extrem wichtig ist. Für das Anrühren von Haftgrund und Versiegelung (jeweils in dünnflüssiger Konsistenz), setzten die Verarbeiter das Collomix Handrührgerät Xo 6 mit dem Doppelflügelrührer DLX ein. So konnten die Komponenten des Materials in kurzer Zeit ohne Spritzer und mit geringen Lufteinschlüssen vollständig homogenisiert werden. Die eingesetzte Mischtechnik ermöglichte auf diese Weise einen reibungslosen Arbeitsablauf und sorgte zu dem gewünschten einwandfreien Ergebnis.

Das Resultat kann sich sehen lassen: Nach rund acht Stunden wurde auf der gesamten Fläche lediglich eine Neigung von weniger als einem Prozent gemessen. Zusätzlich zu den hohen Anforderungen der Richtlinie für die Hauptuntersuchungen konnten damit auch die strengen internen Vorgaben des Automobilherstellers eindrucksvoll erfüllt werden.

Rührständer RMX mit dem Handrührwerk Xo 6HF - Mischen von mehreren Eimern direkt hintereinander
Rührständer RMX mit dem Handrührwerk Xo 6HF - Mischen von mehreren Eimern direkt hintereinander
Rührständer RMX mit dem Handrührwerk Xo 6HF - Mischen von mehreren Eimern direkt hintereinander Rührständer RMX mit dem Handrührwerk Xo 6HF - Mischen von mehreren Eimern direkt hinter­ein­ander
2K-Harz mischen - ideal mit dem Rührer DLX
2K-Harz mischen - ideal mit dem Rührer DLX
2K-Harz mischen - ideal mit dem Rührer DLX 2K-Harz mischen - ideal mit dem Rührer DLX
2-K Harz MIT Füllstoff mischen. Der ideale Rührer der MKN 140
2-K Harz MIT Füllstoff mischen. Der ideale Rührer der MKN 140
2-K Harz MIT Füllstoff mischen. Der ideale Rührer der MKN 140 2-K Harz MIT Füllstoff mischen. Der ideale Rührer der MKN 140
Aufbringen der 1. Lage der Füllschicht
Aufbringen der 1. Lage der Füllschicht
Aufbringen der 1. Lage der Füllschicht Aufbringen der 1. Lage der Füllschicht
Perfektes Ergebnis: nahezu planebene Oberfläche innerhalb der Toleranzen
Perfektes Ergebnis: nahezu planebene Oberfläche innerhalb der Toleranzen
Perfektes Ergebnis: nahezu planebene Oberfläche innerhalb der Toleranzen Perfektes Ergebnis: nahezu planebene Oberfläche innerhalb der Toleranzen

Anmerkung: Wir geben unsere produkttechnischen Empfehlungen nach bestem Wissen, können aber leider keine Gewähr übernehmen. Bitte beachte ebenfalls die Hinweise der Materialhersteller und prüfe die Eignung der verwendeten Werkzeuge und Maschinen gewissenhaft.

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